Das Projekt Häxberget liegt in der Kommune Kramfors in Mittelschweden, an der hohen Küste des bottnischen Meerbusen, in der Provinz Västernorrlands Län. Außer ein paar Sommerhäusern in ca. 600 Metern und einem Nachbarn in 1,5 km Entfernung hat das typische Schwedenhaus Alleinlage. Das 2 Hektar große Grundstück liegt unmittelbar an einem See, der im Winter zum Eislauf und Skilanglauf und im Sommer zum Angeln und Schwimmen einlädt. Die nächsten Einkaufsmöglichkeiten finden sich in einem kleinen Ort 12 km entfernt. Für die Jugendlichen steht im typisch schwedischen Stil ein separates Holzhaus ca. 60 Meter vom Hauptgebäude zur Verfügung. Hier haben sie ihr eigenes Zimmer und in naher Zukunft sollen in diesem Gebäude auch entsprechende sanitäre Anlagen und eine Küche eingebaut werden. Zur Zeit befinden sich diese Räumlichkeiten im Haupthaus und werden gemeinsam mit der Pädagogin genutzt.
Das Anwesen liegt abseits von stark besiedelten Wohngegenden und ist von ursprünglicher Landschaft mit ausgedehnten Wäldern und einer Vielzahl von Wiesen, Seen, Flüssen und Bächen umgeben. Die weiten Entfernungen zu größeren Städten bedingen ein beruhigendes konzentriertes Klima, in dem Erlebnisse aus dem unmittelbaren Kontakt mit der Natur und überschaubare, vom Übergewicht der schillernden Reiz- und Bilderwelt des Konsums entlastende Rahmenbedingungen wirksam werden können.
Die Jugendlichen werden in den Lebens- und Arbeitsrhythmus des Projektestandortes, in die täglichen häuslichen Arbeiten und sonstigen versorgerischen Tätigkeiten einbezogen. Anleitung zu einer selbständigen Haushaltsführung steht dabei im Fokus der Betreuung. Die Jugendlichen bekommen selbständige Tätigkeitsbereiche zugewiesen oder können sich in eigener Initiative selber welche aufbauen. Regelmäßige Arbeiten ergeben sich zum Beispiel in der Pflege und Wartung des Anwesens, wobei die ausgeprägten vier Jahreszeiten einen erheblichen Einfluß über die Art und Dauer der notwendigen Tätigkeiten ausüben. Dieses Leben im Rhythmus der Jahreszeiten spielt in Schweden eine besondere Rolle in der Anpassung an die Umgebung. Die Integration bzw. das Miterleben in den Versorgungsprozeß führt bei den Jugendlichen zu mehr Verantwortlichkeit gegenüber sich selbst und den Mitmenschen. So erleben sie zum Beispiel, dass für den Winter Brennholz beschafft werden muss. Ohne ihre Aktivität können die notwendigen Arbeiten wie Holzfällen, Transport zum Haus, das Zersägen der Holzstämme, die gespaltenen Holzscheite und die Lagerung nicht geleistet werden. Dadurch tragen die Jugendlichen dazu bei, dass im Winter das Haus geheizt werden kann.
Das Zusammenleben mit den Jugendlichen wird darüber hinaus von erlebnispädagogischen Elementen bestimmt. In für sie neue Situationen haben sie die Möglichkeit, mit ungewohnten Anforderungen umzugehen. Hierbei wird die Bereitschaft geweckt, neue Lösungsstrategien und Verhaltensschemata auszuprobieren. Diese natursportlichen Aktivitäten, wie die verschiedenen Formen des Wintersports, Schwimmen, Reiten, Klettern, Wandern, Fahrradfahren, im Freien übernachten oder Kanufahren, ermöglichen neue Erfahrungen von Kooperation und Vertrauen.